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Kokain
» Prävalenz

Vergleiche mit Nachbarländern

Gegenwärtige Situation

Gemäss Schätzungen der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) ist Kokain, hinter Cannabis, unter europäischen Erwachsenen die am zweithäufigsten genommene illegale Droge (EBDD, 2019). So werden die höchsten Anteile an 15- bis 34-jährigen Kokaingebrauchenden eher in süd- und westeuropäischen Ländern wie Spanien, Frankreich, Holland, Grossbritannien, Irland und Dänemark beobachtet. Werden die aktuellsten Daten für die Schweiz und die umliegenden Länder betrachtet, kann von einer vergleichbaren Situation ausgegangen werden. In der Schweiz erreichte der Kokaingebrauch in den letzten 12 Monaten gemäss der CoRolAR-Befragung 2016 bei den 15- bis 64-Jährigen 0.8%. Nach den durch die EBDD veröffentlichten Daten belief sich diese Prävalenz bei den 15- bis 64-Jährigen auf 0.6% in Deutschland (2015), auf 1.6% in Frankreich (2017), auf 1.2% in Italien (2017) und auf 0.4% in Österreich (2015).

In der Schweiz ebenso wie in allen Nachbarländern lag der Anteil Männer mit Kokaingebrauch in den letzten 12 Monaten generell höher als der Gebrauch bei Frauen.

Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 34 Jahren lag der Kokaingebrauch in den letzten 12 Monaten in der Schweiz mit 1.7% tiefer als in Frankreich (3.2%) und Italien (1.7%) und höher als in Deutschland (1.2%) und in Österreich (0.4%) (vgl. Abbildung CoRolAR & EBDD - Kokaingebrauch im letzten Jahr bei 15- bis 34-Jährigen im Vergleich mit Nachbarländern und dem europäischen Mittel (aktuellste Daten)). Die bereits bei den 15- bis 64-Jährigen gefundenen Geschlechterunterschiede finden sich in fast allen Ländern auch in den jüngeren Altersgruppen.

CoRolAR & EBDD - Kokaingebrauch im letzten Jahr bei 15- bis 34-Jährigen im Vergleich mit Nachbarländern und dem europäischen Mittel (aktuellste Daten)

Anmerkungen:CoRolAR = Continuous Rolling Survey on Addictive Behaviours and Related Risks, EBDD = Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht.
In Klammern Jahr mit den letzten zur Verfügung stehenden Daten.
Frankreich: inkl. Überseegebiete.
Quelle:Statistical Bulletin EBDD; Eigene Berechnungen basierend auf den CoRolAR-Daten

Entwicklung und Tendenzen

Um die Entwicklung des Kokaingebrauchs in der Schweiz mit den umliegenden Ländern vergleichen zu können, steht einzig die Lebenszeitprävalenz bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Verfügung. Wird die Lebenszeitprävalenz des Kokaingebrauchs in dieser Bevölkerungsgruppe betrachtet, kann festgestellt werden, dass diese in den meisten Ländern zugenommen hat. So kann bei den 18- bis 34-Jährigen in Deutschland eine Zunahme von 4.0% (2000) auf 5.4% (2015) beobachtet werden (vgl. Abbildung SGB & EBDD - Lebenszeitprävalenz des Kokaingebrauchs bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Vergleich mit Nachbarländern, nach Jahr). In Frankreich hat die Lebenszeitprävalenz bei den 15- bis 34-Jährigen von 1.9% (2000) auf 7.9% (2017) ebenfalls zugenommen. In Österreich nahm sie zwischen 2004 und 2015 geringfügig von 2.8% auf 3.1% zu. In Italien war die Lebenszeitprävalenz zwischen 2004 und 2014 relativ stabil (rund 7.5%), für 2017 wurde hingegen ein Rückgang auf 6.4% verzeichnet. In der Schweiz schliesslich kann gemäss den Daten der SGB bei den 15- bis 39-Jährigen ebenfalls eine fast kontinuierliche Zunahme der Lebenszeitprävalenz beobachtet werden (1992: 2.7%, 2012: 5.4%). 

Abschliessend lässt sich sagen, dass Kokain, im Gegensatz zum tendenziell stabilen Gebrauch von Heroin, auf Jugendliche und junge Erwachsene der Schweiz und der Nachbarländer eine gewisse Anziehungskraft auszuüben scheint.

SGB & EBDD - Lebenszeitprävalenz des Kokaingebrauchs bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Vergleich mit Nachbarländern, nach Jahr

Anmerkungen:SGB = Schweizerischen Gesundheitsbefragungen; EBDD = Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht.
Altersgruppen: Frankreich, Italien, Österreich: 15-34; Schweiz: 15-39; Deutschland: 18-34.
Frankreich: inkl. Überseegebiete.
*Italien: Gemäss EBDD sind die für 2014 für Italien ausgewiesenen Daten nicht direkt mit den Vorjahren vergleichbar aufgrund von Veränderungen in den nationalen Datenreihen.
Quelle:Notari, Le Mével et al. (2014); Statistical Bulletin EBDD
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