Startseite
 
Diese Website wird seit Januar 2020 nicht mehr systematisch aktualisiert. Für aktuelle Informationen zum Thema Sucht in der Schweiz empfehlen wir die Websites Zahlen und Fakten sowie das Schweizer Monitoring-System Sucht und nichtübertragbare Krankheiten (MonAM).
Kokain
» Prävalenz

Gebrauch bei Jugendlichen

Die Studien HBSC und ESPAD geben Auskunft über die Entwicklung des Kokaingebrauchs bei Jugendlichen in der Schweiz. Die ESPAD-Studie umfasst auch Daten zum Gebrauch von Crack, das zum Rauchen bestimmt ist.

Nach den Ergebnissen der letzten HBSC-Erhebung 2018 lag der Anteil der 15-Jährigen, die einen mindestens einmaligen Kokaingebrauch im Leben angaben, bei Jungen und Mädchen bei 2.0% (vgl. Tabelle HBSC - Lebenszeitprävalenz des Kokaingebrauchs bei 15-Jährigen, nach Geschlecht (1986-2018)). Es kann festgestellt werden, dass sich die Lebenszeitprävalenz bei 15-jährigen Mädchen seit 1986 zwischen 2% und 3% und bei gleichaltrigen Jungen zwischen 1% und 2% bewegt. Wegen der geringen Fallzahlen sollten mögliche Unterschiede zwischen den Befragungsjahren jedoch vorsichtig interpretiert werden.

HBSC - Lebenszeitprävalenz des Kokaingebrauchs bei 15-Jährigen, nach Geschlecht (1986-2018)

%KI
1986Männer0.501.-2.6
Frauen1.00.4-2.8
1994Männer0.40.2-1.0
Frauen0.90.4-1.8
1998Männer2.01.2-3.2
Frauen1.20.6-2.2
2002Männer2.01.2-3.2
Frauen1.30.7-2.6
2006Männer1.20.6-2.4
Frauen3.42.3-4.9
2010Männer2.41.5-3.9
Frauen3.02.0-4.4
2014Männer1.20.7-2.3
Frauen2.41.5-3.8
2018Männer2.01.3-3.2
Frauen2.01.2-3.2
Fragen:"Hast du schon einmal oder mehrmals in deinem Leben Stoffe dieser Art [Kokain, Coks] genommen?"
Anmerkungen:KI: 95% Konfidenzintervall.
Quelle:Delgrande Jordan, Schneider et al. (2019)

Die Ergebnisse der ESPAD-Studie deuten darauf hin, dass zwischen 2003 und 2007 das Experimentieren mit Kokain und Crack bei den 15-Jährigen zugenommen hatte. Im Jahr 2007 gaben 3.2% von ihnen an, schon mindestens einmal in ihrem Leben Kokain genommen zu haben, bei 1.9% war es Crack. Im Jahr 2003 sind es noch 1.4% respektive 1.3% gewesen. Die Lebenszeitprävalenz des Gebrauchs beider Substanzen ist bei den Jungen höher als bei den Mädchen (Tabelle).

Es mag erstaunen, dass 15-jährige Schülerinnen und Schüler überhaupt Kokaingebrauch berichten. Dennoch weisen die Ergebnisse des Monitoringsystems act-info bei einigen Personen auf einen relativ frühzeitigen Gebrauch hin. In der Tat liegt das durchschnittliche Alter des Erstgebrauchs bei Personen, die eine Behandlung wegen problematischen Kokaingebrauchs begonnen haben, bei ungefähr 21 Jahren, mit einer Standardabweichung von etwa 7 Jahren (siehe Kapitel: Inzidenz). Dies deutet darauf hin, dass eine Minderheit von ihnen tatsächlich bereits erste Erfahrungen mit etwa 15 Jahren gemacht haben könnte.

top

 

www.substitution.ch