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Kokain
» Prävalenz

Entwicklung über die Zeit

Gesamtbevölkerung

Die Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB) ist die wichtigste Quelle für Informationen zur Entwicklung der Prävalenz des Kokaingebrauchs in der Schweiz. Seit 1992 zeigen die Ergebnisse zur Lebenszeitprävalenz eine Zunahme des Kokaingebrauchs (1997: 1.6%, 2012: 3.4%; vgl. SGB - Häufigkeit des Kokaingebrauchs, nach Alter (1992-2012)). Diese Zunahme zeigt sich sowohl bei den Männern (Tabelle), als auch bei den Frauen (Tabelle).

Gemäss den Resultaten der SGB hat sich der aktuelle Kokaingebrauch zwischen 1997 und 2007 in der Bevölkerung kaum verändert. Aufgrund geringer Fallzahlen seit Beginn der Befragung kann der aktuelle Gebrauch bei den Frauen nicht beziffert werden. Bei den Männern lagen die Anteile zwischen 1997 und 2007 unter 1%. Die aktuell Gebrauchenden waren mehrheitlich in der Gruppe der 15- bis 39-Jährigen zu finden (Tabelle). Zur Erinnerung: seit 2012 wurde die Frage zum aktuellen Gebrauch nicht mehr erhoben.

Auf der Ebene der Sprachregionen war die Lebenszeitprävalenz unabhängig vom Geschlecht und vom Befragungsjahr in der französischsprachigen Schweiz (2012: 3.6%) etwa höher als in der deutsch- (2012: 3.3%) und der italienischsprachigen Schweiz (2012: 2.8% Tabelle).

Zu bedenken bleibt, dass telefonische Befragungen mit Einschränkungen in Bezug auf Informationen zum Kokaingebrauch verbunden sind. In der Tat ist es wahrscheinlich, dass ein Teil der sozial integrierten Gebrauchenden, trotz der Garantie einer vertraulichen Behandlung der Daten, illegales Verhalten eher verschweigen und dass einige marginalisierte Personen schwierig telefonisch zu erreichen sind. Die Resultate sollten daher mit Vorsicht interpretiert werden.

SGB - Lebenszeitprävalenz des Kokaingebrauchs, nach Alter (1992-2012)

Alter
15-3940+Total
%%%
2012ja5.42.23.4
nein94.697.896.6
N (gewichtet)7'85013'70321'553
N (ungewichtet)7'20814'35321'561
2007ja4.41.72.8
nein95.698.397.2
N (gewichtet)7'42811'25118'678
N (ungewichtet)6'13812'56018'698
2002ja2.90.91.7
nein97.199.198.3
N (gewichtet)8'14111'53619'676
N (ungewichtet)6'98712'69319'680
1997ja3.3(0.3)1.6
nein96.799.798.4
N (gewichtet)5'6117'37812'989
N (ungewichtet)5'6997'28612'985
1992ja2.7
nein97.3
N (gewichtet)6'868
N (ungewichtet)6'837
Fragen:'Haben Sie schon einmal Kokain genommen?'
Anmerkungen:Diese Frage wurde 1992 nur Befragten unter 40 Jahren, 1997 nur Befragten unter 50 Jahren, 2002 nur Befragten unter 65 Jahren, 2007 nur Befragten unter 70 Jahren und 2012 nur Befragten unter 75 Jahren gestellt. Für die Jahre 1997, 2002, 2007 und 2012 sind Personen, welchen die Frage nicht gestellt wurde, unter 'nein' aufgeführt. Die Altersklasse 15-39 der Befragung 1992 ist mit denjenigen der anderen Befragungen vergleichbar.
Prozente wurden gewichtet berechnet; Spaltenprozente. Die Anzahl der tatsächlich befragten Personen wird mit "N (ungewichtet)" angegeben.
Für n < 30 stehen Werte in Klammern, für n < 10 werden keine Werte berichtet.
Quelle:Notari, Le Mével et al. (2014), S. 259

Entwicklung nach Alter

Im Rahmen der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) wurde eine zu geringe Anzahl von Personen registriert, die einen aktuellen Kokaingebrauch angaben, als dass diese Fälle in den offiziellen Statistiken ausgewiesen werden könnten. Ausserdem wurde die Frage zum aktuellen Gebrauch in der Befragung 2012 nicht mehr gestellt. Um einen Überblick über die Entwicklung der Erprobung von Kokain bei jungen Erwachsenen zu bekommen, kann die Entwicklung der Lebenszeitprävalenz in den unterschiedlichen Altersgruppen verglichen werden.

Während die Lebenszeitprävalenz zwischen 1992 und 2002 bei den unter 35-Jährigen stabil war (vgl. Abbildung SGB - Lebenszeitprävalenz des Kokaingebrauchs, nach Alter (1992-2012)), kann seit 2002 insbesondere bei den 25- bis 34-Jährigen ein Anstieg beobachtet werden. Zwischen 2007 und 2012 blieb der Anteil unter den 15- bis 24-Jährigen stabil (2.6%). Bei Personen ab 45 Jahren ist ein Teil des Anstiegs der Prävalenz durch einen Kohorteneffekt erklärbar. Tatsächlich rutschen bei der Lebenszeitprävalenz die Personen, die in den 90er Jahren Kokainerfahrungen gemacht haben, zu späteren Befragungen in die nächsthöheren Altersgruppen, was die Lebenszeitprävalenz der älteren Altersgruppen mit der Zeit ansteigen lässt. Dennoch bemerkt man, verglichen mit dem Heroingebrauch (Abbildung), eine deutliche Erhöhung der Lebenszeitprävalenz des Kokaingebrauchs bei den 24- bis 45-Jährigen, was in diesen Altersgruppen auf ein erneutes Interesse an dieser Substanz seit Beginn der 2000er Jahre hinweist.

SGB - Lebenszeitprävalenz des Kokaingebrauchs, nach Alter (1992-2012)

Quelle:Eigene Berechnungen auf Basis der Datenbank SGB 1992-2012
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