Startseite
 
Alkohol
» Morbidität und Verletzungen

Alkoholintoxikation und -abhängigkeit

Gemäss der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser wurden im Jahr 2014 über alle Altersgruppe hinweg (15-Jährige oder ältere Personen) insgesamt 11'080 Personen wegen einer Alkoholintoxikation und 16'711 wegen Alkoholabhängigkeit stationär behandelt (Marmet, Wicki & Gmel, 2017).

Insgesamt hat sich die Anzahl der Diagnosen der Gruppe Alkoholintoxikation 2014 im Vergleich zu 2003 nur geringfügig verändert (vgl. Abbildung BFS - Veränderung (in %) der jährlichen Rate hospitalisierter Personen infolge einer Alkoholintoxikation oder einer Alkoholabhängigkeit, nach Geschlecht (2003-2014)). Jedoch konnte bis 2008 ein Anstieg beobachtet werden, seither sind die Zahlen rückläufig. Bezüglich der Diagnosen einer Alkoholabhängigkeit zeigt sich eine annähernd stetige Abnahme seit 2003 (-32 Prozentpunkte). Die langjährigen Entwicklungen sind für beide Geschlechter ähnlich ausgeprägt.

BFS - Veränderung (in %) der jährlichen Rate hospitalisierter Personen infolge einer Alkoholintoxikation oder einer Alkoholabhängigkeit, nach Geschlecht (2003-2014)

BFS - Veränderung (in %) der jährlichen Rate hospitalisierter Personen infolge einer Alkoholintoxikation oder einer Alkoholabhängigkeit, nach Geschlecht (2003-2014)
Anmerkungen:Y-Achse: Veränderung (in %) der Hospitalisierungsrate (Anzahl hospitalisierte Personen pro 1'000 Einwohner/innen) seit 2003.

Lesebeispiel: Das Jahr 2003 gilt als Referenzjahr, d.h. alle folgenden Jahre geben die Veränderungen in den Anteilen der Hospitaleinweisung aufgrund Alkoholintoxikation, Alkoholabhängigkeit bzw. dem Total der beiden verglichen mit den Anteilen 2003 wieder. Alle Werte über 0 deuten somit auf einen Anstieg in den Einweisungen verglichen zu 2003 hin, alle Werte unter 0 auf eine Abnahme der Anteile gegenüber 2003.
Quelle:Marmet et al., 2017, S.XII.

Generell ist festzuhalten, dass diese Zahlen nur die Spitze des Eisberges zeigen, da in der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser nur stationär behandelte Personen erfasst werden. Ambulante Spitalbehandlungen oder von der Polizei nach Hause gebrachte Betrunkene konnten ebenso wenig berücksichtigt werden wie Personen, die ambulante Behandlungsstellen aufgesucht haben.

Alkoholintoxikation und -abhängigkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Im Jahr 2014 wurden insgesamt 867 10- bis 23-Jährige wegen einer Alkoholintoxikation und 262 wegen Alkoholabhängigkeit stationär behandelt (Marmet, Wicki & Gmel, 2017). Obwohl 10- bis 15-Jährige legal keinen Alkohol erwerben dürfen, wurden immerhin 210 Personen dieser Altersgruppe stationär behandelt.

Nach einer deutlichen Zunahme der Diagnose Alkoholintoxikation zwischen 2003 und 2008 (+94 Prozentpunkte; Abbildung BFS - Veränderung (in %) der jährlichen Rate hospitalisierter Jugendlicher und junger Erwachsener (10- bis 23-Jährige) infolge einer Alkoholintoxikation oder einer Alkoholabhängigkeit, nach Geschlecht (2003-2014)), sank die Anzahl seit 2009, ohne jedoch auf das Ausgangsniveau im Referenzjahr 2003 zurückzufallen. Die Anzahl der Diagnosen Alkoholabhängigkeit schwankte über die Jahre, scheint in den letzten Jahren jedoch etwas abgenommen zu haben.

BFS - Veränderung (in %) der jährlichen Rate hospitalisierter Personen infolge einer Alkoholintoxikation oder einer Alkoholabhängigkeit, nach Geschlecht (2003-2014)

BFS - Veränderung (in %) der jährlichen Rate hospitalisierter Personen infolge einer Alkoholintoxikation oder einer Alkoholabhängigkeit, nach Geschlecht (2003-2014)
Anmerkungen:Y-Achse: Veränderung (in %) der Hospitalisierungsrate (Anzahl hospitalisierte Personen pro 1'000 Einwohner/innen) seit 2003.

Lesebeispiel: Das Jahr 2003 gilt als Referenzjahr, d.h. alle folgenden Jahre geben die Veränderungen in den Anteilen der Hospitaleinweisung aufgrund Alkoholintoxikation, Alkoholabhängigkeit bzw. dem Total der beiden verglichen mit den Anteilen 2003 wieder. Alle Werte über 0 deuten somit auf einen Anstieg in den Einweisungen verglichen zu 2003 hin, alle Werte unter 0 auf eine Abnahme der Anteile gegenüber 2003.
Quelle:Marmet et al., 2017, S.XI.
top

 

www.substitution.ch